Turn - Club Hameln
von 1880 e.V.
Taekwondo

Historisches


Der Kampf ums Überleben ist so alt wie die Menschheit selber. Er gehört zur Natur eines jeden Individuums und wer die besten Strategien entwickelt, hat letztlich auch die größten Chancen den Fortbestand seiner Art zu sichern. Somit ist es verständlich, dass der systematisierte Kampf in Asien eine lange Tradition hat. Als Ursprungsort fast aller südostasiatischen Kampfkünste wird heute China und ferner, Indien gesehen.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts stand Korea unter japanischer Besatzung und die koreanische Kultur wurde unterdrückt. Das provozierte als Gegenreaktion ein starkes nationalistisches Bewusstsein was in Asien sowieso sehr stark ausgeprägt war. 1918 wurde General Choi Hong Hi, der Begründer des Taekwondos, in Ha Dae, im heutigen Nordkorea, geboren. Mit 12 Jahren wurde er von der Schule ausgeschlossen, wegen Aufwiegelung gegen die japanischen Behörden. Deswegen schickten ihn seine Eltern zu einem berühmten, koreanischen Kalligraphielehrer, bei dem er unter anderem das Taekkyon, eine alte Kunst des waffenlosen Kampfes, erlernte. Um die Jahre 1938 bis 1945 verbrachte Choi seine Zeit in Japan und praktizierte dort das japanische Karate.
Durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs war Choi Hong Hi gezwungen sich für die japanische Armee rekrutieren zu lassen. Er wurde in Pyongyang stationiert und engagierte sich dort für eine koreanische Unabhängigkeitsbewegung was ihm eine Anklage und damit eine 8 monatige Inhaftierung vor seinem Prozess bescherte. Die Befreiung Koreas im August 1945 rettete ihn vor einer siebenjährigen Haftstrafe. Schließlich wurde er als Leutnant in die neu gegründete koreanische Armee aufgenommen.
Choi Hong Hi begann seine Kunst innerhalb des Militärs zu verbreiten. Dabei nahm die 29. Infanteriedivision, 1953 von Choi gegründet, eine Schlüsselfunktion ein. Sie gab angesichts ihres einjährigen Bestehens 1954 eine Vorführung, der der damalige koreanische Präsident Dr. Syngman Rhee beiwohnte. Er war so begeistert, dass er den damaligen Generalmajor beauftragte seine Kunst unter dem Namen Taekkyon im ganzen Militär zu verbreiten. Choi Hong Hi sah dabei jedoch Probleme, da Meister anderer Stile die Neuprägung des Begriffs Taekkyon hätten missbilligen können, schließlich war seine Kunst zu einem gewichtigen Teil vom japanischen Karate beeinflusst. Somit wurde im Jahre 1955 ein Komitee zur Namensgebung einberufen, bei dem man am 11. April schließlich dem Vorschlag des Generals "Taekwondo" zustimmte.
Der neue Name trat im südkoreanischen Militär rigoros an die Stelle der ursprünglichen Bezeichnungen (Tang Soo Do, Oh Do Kwan, Chung Do Kwan, etc.). Die alten versplitterten Stile wurden, unter teils massivem Druck, versucht unter dem neuen Namen zu vereinigen. Chois Ansinnen war es einen Verband zu gründen um Taekwondo auch außerhalb des Militärs publik zu machen, was ihm 1961 mit der Gründung der KTA (Korean Taekwondo Association) auch gelang. Gleichzeitig begann die Ausbreitung der Kunst in der ganze Welt.

1965 tourte ein Demonstrationsteam (u.a. mit Kwon, Jae Hwa) durch ganz Europa, auch durch die Bundesrepublik. 1966 wurde dann schließlich die ITF (International Taekwondo Federation) gegründet, der erste Taekwondo Weltverband. Doch seit dem General Park Chung Hee 1961 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen war, war die innenpolitische Lage in Korea gespannt. Choi Hong Hi sah sich genötigt den Sitz der ITF 1972 nach Toronto/Kanada zu verlegen. Seine Familie lies er in Seoul zurück.
Vom 25. - 27. Mai 1973 wurde von der KTA die erste Taekwondo Weltmeisterschaft abgehalten, im Zuge dessen fand die Gründung der WTF (World Taekwondo Federation) am 28. Mai statt. Ein Jahr später zog die ITF nach und organisierte ihrerseits eine Weltmeisterschaft in Montreal/Kanada.
Die WTF fing an sich von der ursprünglichen Linie des Generals Choi Hong Hi zu distanzieren. Ein neues Vollkontakt-Wettkampfsystem ersetzte das bisherige Non-Kontakt- und spätere Semi-Kontakt-Kampfsystem, gleichzeitig wurde eine neue Formenschule, die Poomse (1965 - 1967 entwickelt), eingeführt. Die Bemühungen führten 1980 zur Anerkennung der WTF als Weltfachverband für Taekwondo durch das IOC (International Olympic Comitee). 1981 entstand die DTU (Deutsche Taekwondo Union) aus einer Sektion des Deutschen Judo Bundes, 1982 wurde sie dann Mitglied des Deutschen Sport Bundes.
Bei den 24. olympischen Spielen in Seoul war Taekwondo als Demonstrationssportart vom IOC zugelassen. 4 Jahre später, in Barcelona bei den 25. Sommerspielen der Neuzeit, war Taekwondo erneut unter dem gleichen Status zugegen. Es sollte noch 2 Jahre dauern, bis 1994, bis der Vollkontaktwettkampf offiziell ins Sportprogramm des IOC aufgenommen und für die Spiele in Sydney 2000 zugelassen werden sollte. Die Olympiateilnahme der deutschen Sportler war dann auch ein geeignetes Druckmittel für die WTF um die DTU zu zwingen flächenddeckend auf die Poomse umzustellen. Bis dahin war das von Choi Hong Hi entwickelte Formensystem Hyong in Deutschland noch weit verbreitet. Faissal Ebnoutalib holte 2000 schließlich die Silbermedaille für Deutschland.

Am 15. Juni 2002 verstarb General Choi Hong Hi im Alter von 83 Jahren. In der ITF kam es zu Spannungen bei der Frage wer auf das Amt des Präsidenten nachfolgen sollte. Im Jahr 2003 wurde die Welstmeisterschaft im Vollkontaktkampf der WTF in Garmisch Patenkirchen/Deutschland ausgetragen. Korruptionsvorwürfe gegen den damaligen Präsidenten der World Taekwondo Federation und Vizepräsidenten des IOC, Dr. Kim Un Yong wurden im selben Jahr laut. Sie führten letztlich zur Niederlegung seiner Ämter und einer Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Haftstrafe. Bei den olympischen Spielen 2004 in Athen war Taekwondo zum zweiten Mal vollwertige Medaillensportart. Die Hoffnungen liegen darin den Sport noch bekannter und populärer zu machen.


Quellen:
[1] Diplomarbeit von Hyosong Gu - Aggression, Nationalismus und Kampfsport in Ostasien
[2] Choi, Hong Hi - Taekwondo-Do
[3] www.taekwondo.de
[4] Lehrunterlagen www.taekwondo-schwerte.de

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